Hallo Fans des FCA, liebe Freunde und ganz besonders liebe Kissinger,
es ist mir ein großes Anliegen, dass ich mich auf diesem Wege an Euch wende. Die große Anteilnahme an meinem schnellen Abschied war überwältigend und hat mich dazu bewogen, Euch ein paar Zeilen zu schreiben.
Die letzten Wochen waren für mich ein Wechselbad der Gefühle und ehrlich gesagt, habe ich den plötzlichen und unerwarteten Abschied noch immer nicht ganz verarbeitet. Meine unfaire und unsportliche Degradierung von der Nummer 1 zur Nummer 3 im Tor des FCA hat mich in meiner persönlichen Eitelkeit so tief verletzt, dass ich erst einmal Gras über die Sache wachsen lassen und mich dazu nicht öffentlich äußern wollte. Auch jetzt möchte ich kein Öl ins Feuer gießen und die Vorkommnisse nicht noch einmal schildern. Ich bin mir aber sicher, dass sich jeder Fußballinteressierte und Augsburger selbst sein Urteil gebildet hat, ob die Vorgehensweise, wie man mit verdienten Spielern umgeht, angemessen gewesen ist.
Ich möchte an der Stelle betonen, dass ich in den drei Jahren beim FCA kein Söldner war. Ich habe mich immer voll und ganz mit dem Klub identifiziert, was mir häufig genug schlaflose Nächte bereit hat. Fast mein ganzes Leben habe ich dem FCA untergeordnet. Dabei möchte ich klarstellen, dass ich kein Problem mit Konkurrenz habe und ich mich gerne dem sportlichen Zweikampf gestellt hätte. Doch dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Für mich macht es keinen Sinn mehr, zurückzublicken. Gemeinsam mit meiner Familie habe ich beruflich wie privat mein Glück in Leipzig gefunden.
Dennoch werde ich viele schöne Erinnerungen aus meiner Augsburger Zeit in meinem Gedächtnis behalten, wie beispielsweise die Ehrenrunden nach tollen Siegen im altehrwürdigen Rosenaustadion. Gerne denke ich auch an die historischen Auswärtssiege in der Allianz Arena, meinem „Lieblingsstadion“. Neben den vielen Erinnerungen möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei vielen treuen Weggefährten zu bedanken.
Ein ganz großes Dankeschön haben die vielen guten Seelen des FCA verdient, die leider zu oft im Hintergrund bleiben müssen und wenig Beachtung finden. Stellvertretend möchte ich vor allen Dingen Marlene, Salva, Jacky, Nihat und Bussi sowie alle Physios nennen. Nicht zu vergessen mein heutiger Freund Björn Kube, dem ich mit seiner Praxis viel Glück wünsche, genauso wie meinen ehemaligen Mannschaftskollegen.
Was mir abschließend besonders am Herzen liegt, sind die vielen Freunde und Bekannte, die mit ein Grund dafür sind, dass der Abschied aus Schwaben so verdammt schwer gefallen ist. Da sind vor allen Dingen die Jungs vom Meyerbeer Cafe, insbesondere Peter, dessen Charakter und Fähigkeiten wir hier an allen Ecken und Enden gut gebrauchen könnten.
Danke sagen möchte ich auch „Hausmeister Ferdl“, der immer hilfsbereit war und stets ein offenes Ohr für alle Probleme hatte. Gleiches gilt auch für unsere tolle Nachbarschaft, mit der es großen Spaß gemacht hat, unter einem Dach oder in einem Dorf zu wohnen.
Was wäre eine super Stadt ohne einen Lieblings-Italiener wie die L’Arena Paartalhalle? Danke Alberto für Dein leckeres Essen. Im Namen meiner Frau möchte ich den ehemaligen Kolleginnen der Stadtsparkasse Augsburg danken (ganz besonders dem alten FCB).
Last but not least möchte ich den Reitstall Mergenthan nicht unerwähnt lassen. Für mich ein Ort, an dem ich den ganzen Fußballstress hinter mir lassen konnte.
Eine ganz enge Verbindung zu Augsburg werden wir für immer durch die Geburt unseres Sonnenscheins Lily Laureen haben, die am 12. Mai 2008 im Zentralklinikum Augsburg das Licht der Welt erblickte. Sie ist und bleibt auf ewig eine Augsburgerin und dadurch haben wir die Stadt in unser Herz geschlossen.
Ich wünsche dem FCA viel Erfolg für die Saison und verbleibe mit sportlichen Grüßen
Eure ehemalige Nr. 30
Sven Neuhaus